Frühjahrsprogramm 2021

Geschichtliches aus Frankfurt und Kanada, ein Requiem aus Österreich, eine Liebesgeschichte im mürrischen wilden Westen, und die Rückkehr der Toten und einem digitalen Prinz – das erwartet euch in der ersten Jahreshälfte 2021 aus dem Hause Zwerchfell. Und wir stellen euchJa, auch an uns ist dieses Jahr nicht ohne Widrigkeiten vorbeigezogen. Zwei Titel, die wir eigentlich im Herbst präsentieren wollten haben wir nun auf das kommende Frühjahr verlegen müssen, so dass wir mit einem ziemlich ambitionierten Erscheinungsrhythmus ins nächste Jahr rutschen. Neben den schmerzlich vermissten Comic-Messen und -Salons musste dann auch mehrfach die Dis-Harmonie, unsere Kinoreihe in den Frankfurter Harmonie Kinos, pausieren. Für die hat unser Christopher Tauber eigentlich diesen Werbefilm vorgesehen gehabt, den wir euch nun einfach per Internet um die Ohren hauen. Und damit leiten wir nun auch die Vorstellung der Titel fürs Frühjahr 2021 ein:


Und hier gehts los mit der Vorschau auf unsere nächsten sechs Titel!!

FRANKFURT, 1848 – SKIZZEN EINER REVOLUTION

von Christopher Tauber und Annelie Wagner

Im 19. Jahrhundert fordern in ganz Europa Männer wie Frauen mehr politische Mitbestimmung und
Meinungsfreiheit. 1848 finden demokratische Revolutionen statt, so auch in den deutschen Staaten.
In der Frankfurter Paulskirche trifft sich die frei gewählte Nationalversammlung, um der neuen
Demokratie eine Verfassung mit Grund- und Bürgerrechten zu geben.
Und mittendrin ist Vera, Tochter aus gutem Hause, künstlerisch begabt und politisch interessiert. In
ihrem Tagebuch schildert sie die Aufbruchsstimmung in Frankfurts Straßen und die schwierigen
Verhandlungen in der Paulskirche, erzählt von ihren Begegnungen mit dem jungen Revolutionär
Georg – und auch dem Konflikt mit ihren Eltern, die ihre Tochter lieber gut verheiratet als politisch
interessiert sehen. Alles ändert sich, als preußische Truppen in Frankfurt einmarschieren.

Mit dem dritten Band der Comicreihe um Frankfurter Stadt- und Zeitgeschichte, die wir in Zusammenarbeit mit den Jungen Museum Frankfurt herausgeben, geht es deutlich düsterer und erwachsener zu als in den zuvor erschienen Bänden. Wir empfehlen den Comic ab 12 Jahren.

ZUR SEITE, KERL!

von Kate Beaton

Eigentlich wollten wir 2021 nur zu gerne Kate Beatons lang erwartetes Graphic Novel Debüt herausbringen. Nun sieht es so aus, als würden wir darauf noch ein weiteres Jahr warten müssen. Kein Problem, bringen wir euch doch stattdessen einfach den zweiten Sammelband ihrer Hark! A Vagrant Comics in den Frühling. Erstmals auf Deutsch, wie immer übersetzt von unserem Hausübersetzer Jan Dinter und gelettert von Asia Wiegand. Wie bereits im Vorgänger “Obacht! Lumpenpack” zerlegt Kate Beaton dabei Historie und Literatur, sowie antiquierte Gendernormen und Comic-Heldinnen süffisant in Ihre lächerlichen Einzelteile. Wir freuen uns sehr, die Zusammenarbeit mit unserer Lieblings-Kanadierin in die nächste Runde zu schicken!

 

REQUIEM

von Albert Mitringer

Wenige Bücher haben uns beim Sichten so dermaßen die Augäpfel austrocknen lassen, wie die barocken Schraffurwelten, die Ausnahmekünstler Albert Mitringer in Requiem erschafft. Eine Reise durch das Nachleben eines gefallenen Helden, der vor düsteren Höllenkreaturen flüchtet und doch eigentlich nur einen ruhigen, perfekten Ort für die letzte Rast sucht. Mit viel Sympathie für seine Figuren, trockenem Witz und oppulenten Strichen führt Albert Mitringer die vielbeschworene Heldenreise ad absurdum und das Publikum in ein philosophisch, existentielles Action-Spektakel, das seines Gleichen sucht.

 

DIE TOTEN

von Andreas Völlinger, Susanne Korff-Knoblauch und Frank Freund

Und auch unsere einfach nicht totzukriegenden Zombies sind zurück. Diesmal geht es auf eine vermeintlich von der sechs Monate zuvor ausgebrochenen Zombieplage verschonte Ostsee-Insel. Aber eine auf die Insel zusteuernde Fähre droht das Refugium zu zerstören: Man hat ja schon von Geisterschiffen gehört, aber dieser Zombie-Dampfer setzt da neue Maßstäbe. Das erprobte Autor*innen-Gespann Völlinger und Korff-Knoblauch drehen dabei nicht nur dank Frank Freunds detailierten Zeichnungen den Gore- und Splatter-Pegel nach oben, sondern illustrieren gewohnt wasserfest die Riege der Figuren, als das, was sie letzten Endes sind: Das eigentliche Problem. Ein Cover liegt uns leider noch nicht vor, aber…. wir nehmen an, dass sich darauf ein nicht ganz frischer Zeitgenosse finden wird.

 

Murr

von Josephine Mark

Murr ist ein Revolverheld, wie er im Buche steht: Grimmig, brutal, ein Schurke ohne Furcht und Skrupel. So kommt es, wie es kommen muss: Nach einem Tete-a-tete mit der Frau des Sheriffs landet Murr am Galgen, wo ihm zum ersten Mal der Tod höchstpersönlich gegenübertritt. Diese Begegnung verändert alles: Mit seiner Sterblichkeit konfrontiert, bekommt Murr es mit der Angst zu tun und fordert vom Tod einen Deal. Und dieser schlägt einen Tausch vor: Eine starke Emotion gegen eine andere. Statt der Angst zu sterben, erführe Murr nun zum Ausgleich echte Liebe zu einem anderen Lebewesen. Doch wieso macht es das alles noch viel furchterregender? „Murr“ ist eine Geschichte über die Liebe, den Tod und das Loslassen.

Josephine Mark, die uns schon seit Jahren mit ihren Cartoons begeistert, stellt hier mit lockerem Strich und einem Loriot-esquen Timing unter Beweis, dass ihren komischen Figuren auch in der Langform nicht die Puste ausgeht.

PRINZ GIGAHERTZ 2 – Knight of Love

von Lukas Kummer

Ruhe ist eingekehrt, in das Leben des Roboterprinzen. Nach den turbulenten Ereignissen aus Prinz Gigahertz 1 fristet der gescheiterte Held nun ein Schattendasein im Leerraum zwischen den Dimensionen. Dort, in seinem Exil, wird er von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht. Nach und nach drängt sich unserem mechanischen Ritter eine entscheidende Einsicht auf: Es gibt kein Entrinnen.

In diesem Jahr machen wir auf jeden Fall keinen Halt vor dem Tod – denn auch in der unverhofften Fortsetzung des grandiosen Prinz Gigahertz lebt unser totgesagter Held länger, als der erste Teil uns weiß machen wollte. Als Sequel und Prequel in einem Band, beweist Lukas Kummer einmal mehr, dass er nicht nur Meister der grafischen Kunst, sondern auch ein begnadeter Erzähler ist.  Und Fans seines Erstlings “Die Verwerfung” versprechen wir darüberhinaus eine Neu-Auflage dieses inzwischen leider vergriffenen Meisterwerks.